16. Kilometer

10. Mai 2009 · 19 comments

Das Wochenende hatte potenziell mal wieder zu wenig Stunden und gestern bin ich nicht gelaufen, obwohl ich es wollte – aber es passte nicht mehr rein, so überhaupt nicht mehr.

Als ich heute Mittag los laufe, habe ich bereits zwei Kuchen gebacken, ein wenig geputzt und bin skeptisch wie weit ich kommen werde … wie weit meine Beine mich tragen wollen und wie weit mein Kopf heute reisen mag. Mir geht es nicht besonders, habe leichtes Bauchweh, bin gestresst und etwas das mich gestern sehr traurig gemacht hat sitzt fest in meinem Kopf. Ich laufe und versuche nur zu laufen. Es gelingt mir nicht wirklich und so plane ich was ich als nächstes tue wenn ich heim komme (Tisch dekorieren, Balkon fegen … und dann wird es auch schon klingeln). Nach vier Kilometern bin ich an der Nidda und beschließe sie heute mal rauf zu laufen – mal was anders und mehr im Schatten gelegen. Im Kurpark in Bad Vilbel ist irgendeine Veranstaltung und viele Menschen sind unterwegs, doch sobald ich die Burg hinter mir lassen wird es ruhig und beinahe einsam für das schöne Wetter. Ich laufe in einem angenehmen Tempo, versuch nicht krampfhaft unter 7 Minuten zu bleiben und drehe nach 6,5 Kilometern wieder um. Mein Plan für heute lautet Hauptsache gemütlich, denn einmal am Tag muss man sich Zeit nehmen und die 16 habe ich ins Auge gefasst. Schließlich bin ich gestern nicht gelaufen und überhaupt brauche ich das heute für mich, ich will die 16 – ich versuche sie nicht nur, ich will sie heute zum ersten mal laufen.

Ich denke immer noch, versuche zu verstehen warum ein Mensch dies was er getan hat getan hat … finde keine Antwort, sondern spüre nur erneut meine Enttäuschung und laufe weiter, gegen die Tränen, gegen die Enttäuschung … werde ein wenig schneller und höre endlich bei Kilometer 10 auf zu denken. Laufen, einen Schritt vor den anderen setzten und laufen … nicht mehr und auch nicht weniger. Laufen und frei sein!
Noch ein bisschen weiter die Nidda runter und dann zurück durch Masssenheim, ich nehme die Strecke nicht mehr bewusst wahr und bin beinahe plötzlich nach 15 Kilometern so weit das ich zu einer finalen kleinen Parkrunde antreten kann. Die Beine machen heute wunderbar mit und sind nicht so schwerfällig und ungehorsam wie sonst bei der Strecke und so tipple ich durch den Park und komme nach meinen 16 Kilometern zu Hause an. Glücklich geschafft und mit leeren Kopf. Springe schnell unter die Dusch, genieße das warme Wasser und empfange dann der ♥-Manns Eltern mit Oma zum Muttertagskaffe mit leckerem Brombeerkuchen.

Laufen erklärt zwar nichts, aber es tut mir unheimlich gut und ich freue mich wenn ich Dienstag wieder meine Schühchen schnüren kann.
Danke, das ich laufen darf!

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LocalZero Mai 10, 2009 um 20:17

Vielleicht ist gerade das so schön am Laufen:
Es tut unheimlich gut – auch wenn es einem eigentlich schlecht geht.

Glückwunsch zu den 16 Kilometern! Und alles andere wird schon wieder!

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Christian Mai 10, 2009 um 20:50

He Julia,
laufen bringt wieder etwas Gelassenheit in den Alltag, laufen kann von Problemen ablenken und laufen lässt uns manchmal etwas weniger traurig sein. Ich wünsch Dir, dass Du noch oft laufen darfst und hoffentlich mit anderer Grundstimmung. Mehr schreib ich jetzt nicht…. ;-)

Salut

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Hase Mai 11, 2009 um 06:49

Och Mönsch Julia, da hat dir jemand so wehgetan…? Das tut mir so leid – ich leide beim Lesen ja richtig mit! :(
16 Kilometer sind toll!!
Ich drück dich mal!

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Gerd Mai 11, 2009 um 07:02

Laufen beseitigt zwar keine Probleme, aber es hilft den Kopf frei zu bekommen und manchmal einige Dinge etwas gelassener anzugehen.
Ich wünsche dir eine “schlechtegedankenfreie” Woche und viel Spaß beim laufen.
Glückwunsch zu den 16 Kilometern!

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Anett Mai 11, 2009 um 08:01

Ach Julia….nicht traurig sein, nach jedem heftigem Regenguss kommt auch wieder ein Sonnenscheinchen…glaub mir, ich hab auch gerade eine Mordsenttäuschung hinter mir. Beim Laufen grübelt man und grübelt, Warum, Weshalb, Wieso…kommt zu keinem Ergebnis, aber irgendwann fängt man an den Lauf zu genießen.
Deine 16km…wow…Respekt…klasse gemacht, du kannst wirklich stolz auf dich sein *knuddel*.
Eine wunderschöne Woche wünsch ich dir!

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ultraistgut Mai 11, 2009 um 09:00

Liebe Julia,

du hast genau das Richtige getan, auch – und besonders für seelischen Schmerz – hilft das Laufen, wenn manchmal auch nur zeitweilig, die Tränen kullern während des Laufes, keiner sieht es, keiner sieht es dir an, du lässt ihnen freien Lauf, keiner weiß, was in dir vorgeht.

Enttäuschungen gehören leider auch zum Leben, und der Versuch, sie beim Laufen verarbeiten zu können, ist das beste, was man machen kann,
denn Laufen ist Balsam für Körper, Geist und Seele.

Freue mich für deine 16 Kilometer, und so geht es immer weiter und immer weiter…………….

Wie würden wir alles verarbeiten können, was uns bewegt, würden wir nicht laufen ?

Eine ganz feste Umarmung von Nord nach Süd 8)

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salli Mai 11, 2009 um 10:46

Wie schön, dass Laufen einem so viel Freiheit geben kann und wenn es eben die Freiheit ist, für einen Moment den Gefühlen freien Lauf zu lassen und dann Abstand zu den trüben Gedanken zu gewinnen.
Ich knuddel dich mal virtuell. Kopf hoch. Vielleicht wendet sich ja alles ins Positive?

Und überhaupt: S E C H Z E H N Kilometer. Wahnsinns Leistung. Hast du klasse gemacht :-)

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ultraistgut Mai 11, 2009 um 11:28

Juhuuuuuuuuuuuuuuuuu feed-Funktion geht wieder ! 8)

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trailfüchsin Mai 11, 2009 um 14:37

Lass Dich mal virtuell knuddeln!

Soll ich Dir was sagen- Wer 16 km kann, der kann auch 21,1! ;)

Glückwunsch zur 16!

LG Monika

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Hannes Mai 11, 2009 um 18:16

Hey Julia – 16 Kilometer geschafft – super! Auch wenn die Freude darüber andere Sachen nicht verdecken kann, sie kann zumindest für einige Momente ein Lächeln auf das Gesicht zaubern – und damit sind wir alle doch noch immer am schönsten!

An solchen Tagen merkt man einfach am stärksten, was einem das Laufen gibt. Es gibt einem Kraft. Kraft, mit anderen Dingen fertig zu werden. Zeit und Freiheit, um über Dinge nachzudenken. Auch wenn es nicht erklärt – zumindest helfen tut es ungemein!

Fühl dich gedrückt.

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Anja Mai 11, 2009 um 19:50

Ja, das Laufen hilft doch ungemein – einmal entdeckt, finde ich es manchmal schwer, schwierige Zeiten ohne zu bewältigen. Schöne 16 km davon 6 ohne negative Gedanken. Das ist ein guter Schnitt.

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Pienznaeschen Mai 11, 2009 um 20:21

Danke, Danke, Danke
Ich freue mich jetzt erst wirklich über de Zahl, über meine 16 (beinahe und bald volljährig ;) )

@LocalZero Es tut unheimlich gut – auch wenn es einem eigentlich schlecht geht das stimmt, das ist es was das tolle daran ist.

@Christian, Dir lieben Dank.

@Hase, danke für´s drücken …

@Gerd, das mit dem Spaß am Laufen könnte klappe, das andere noch nicht wirklich.

@Anett, lieben Dank, nur ist es so schwer die Sonne hinter den Regenwolken zu erahnen …

@Maritta, JUHUUU es hat geklappt ;)
Lieber nicht drüber nachdenken wenn wir das Laufen nicht hätten … dann müsste verdammt schnell ein “Ersatz” her.
Ganz lieben Dank von Süd nach Nord ;)

@Salli, auch Dir ganz ganz lieben Dank …

@Monika, meinst Du wirklich? :)

@Hannes, Danke gerade dieses Lächeln ist so wichtig und so schön … und eben musste ich einfach lächeln als ich dies las :)

@Anja, irgendwie „beängstigend“…
Der Schnitt ist für den Anfang nicht schlecht aber 50 – 50 wäre mir noch lieber gewesen – ich kann nie zufrieden sein, schlimm bin ich.

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Anett Mai 11, 2009 um 20:28

Liebe Julia…du bist nicht schlimm…nur normal. Und Unzufriedenheit bringt einen auch manchmal vorwärts.
Was die Sonne und die Regenwolken betrifft…es stimmt, manchmal ist es unheimlich schwer die Sonne zu erahnen. Wir wissen aber, sie ist da und wird auch eines Tages wieder scheinen *knuddel*

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michi Mai 12, 2009 um 06:32

Laufen ist in solchen Situationen einfach das beste, es hilft zumindest, ob es währenddessen ist, dass man abgelenkt wird oder man sich hinterher einfach besser fühlt.

16 km?! Holla die Waldfee. Da bist Du aber weit gelaufen. Auf DEN Monatsbericht bin ich ja mal gespannt. :-)

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Simone Mai 12, 2009 um 08:52

Klasse!!! 16 km, das ist doch was!!! Ich hoffe, dass das Laufen dir hilft, deine Probleme „in den Griff“ zu kriegen, so dass es dir schnell wieder besser geht. Ich drücke dir jedenfalls ganz fest die Daumen.

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dauerlaufen Mai 12, 2009 um 12:12

Es gibt keine bessere Antwort auf die Frage “Warum läufst du? Ist doch langweilig” als deinen Text. Solange wir laufen, kommen wir immer wieder ins Lot. Vielen Dank und alles Gute.

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Pienznaeschen Mai 12, 2009 um 23:27

@Anett, die Sonne blinzelt zumindest schon wieder mal durch – lieben Dank.

@Michi, weit sagt hier die richtige ;)
Mal schauen was der Monat noch so mit sich bringen mag …

@Simone, lieben Dank für Drücken ;)

@dauerlaufen, danke, das stimmt und dieses langweilig kann ich immer nicht verstehen – wenn wer sagt das es keinen Spaß macht o.k. aber langweilig nun wirklich nicht. Egal, uns gefällt´s ;)

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minerva Juni 10, 2009 um 14:16

Hallöchen!

Oh je, so eine Enttäuschung. Wie schön, das du nach 10 Kilometern abschalten konntest!

“Laufen erklärt zwar nichts, aber es tut mir unheimlich gut und ich freue mich wenn ich Dienstag wieder meine Schühchen schnüren kann.
Danke, das ich laufen darf!”

Ich versteh dich zu gut.

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Pienznaeschen Juni 10, 2009 um 22:29

*wink* Hallo Minerva,
schön von DIr zu lesen :)

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