Eigentlich ein Muss, weil er direkt vor der Haustür stattfindet und heute habe ich mich getraut die 10. Kilometer mit zu laufen. Letztes Jahr habe ich mir die 5 Kilometer nicht zugetraut und bin statt dessen allein zum ersten mal eine Strecke von 8 Kilometern gelaufen- wie sich doch die Zeiten ändern … Das ich die 10 Kilometer heute schaffe, das weiß ich nur eben nicht in welcher Zeit. Mein großes Ziel die 10 unter 60 Minuten zu schaffen habe ich immer noch, aber nicht heute weil ich die Strecke kenne und den Laufbericht von Frau Schmidt gelesen habe. Außerdem war ich ein wenig kränklich und die Erinnerungen an den Silvesterlauf sind auch noch vorhanden mein Selbstvertrauen nicht das größte.
Der Erlenbacher Volkslauf gliedert sich wie folgt:
Eine Runde um den Sportplatz, drei Runden durch die Felder mit je einem guten Kilometer bergauf und dann noch mal eine Runde um den Sportplatz und geschafft. Der Plan ist durchaus schaffbar mit einem 6,30 Minuten Schnitt, der 7 Minuten am Berg zugesteht und 6 Minuten bergrunter fordert um dann mit 1 Stunde und 5 Minuten das Ziel zu erreichen. Trotzdem bin ich aufgeregt und das ist leider nicht förderlich aber auch nicht zu ändern.
Lieben Dank an meinen Schatz, der mitgelaufen ist und heute mir zu liebe am Feiertag früh aufgestanden ist und jedes mal bergrunter ein Foto gemacht hat – Danke!
Um 8.30 Uhr traben wir langsam zum einlaufen zu Hause los, Nebel hängt im Park und es ist mit 9 Grad noch recht frisch und nach einem guten Kilometer sind wir schon am Sportplatz angekommen. Anmelden, Nummer befestigen, zweimal Pipi machen und aufstellen geht ratzfatz und ich tüddel noch an meinem Ipod rum, da knallt es ohne Vorwarnung und los gehts – hui, wenigstens meine Forerunnerin war bereit und so lief ich eben mit irgendwas in den Ohren los. Eine Runde auf dem Sportplatz ist schnell absolviert wenn man noch ganz frisch ist.
Auf zur ersten Runde und der erste Kilometer ist mit 6,05 Minuten schneller als geplant, doch schon beim 2 Kilometer beginnt das erste Mal die Steigung und der ist mit 6.45 Minuten immer noch wunderbar und beinahe zu schnell, denn noch sind wir ganz am Anfang. Pink begleitet mich im Ohr und langsam hat jeder sein Tempo gefunden, das Überholt werden und Überholen hört auf. Irgendwann sind wir oben und es geht wieder runter, dieses runter ist gut zum erholen für die nächste Runde. Kilometer drei ist mit 6,28 Minuten genau richtig. Als wir zum ersten Mal wieder am Sportplatz sind, überrundet uns der Erste. Wahnsinn wie schnell der unterwegs ist oder wie langsam wir sind. Aber egal und ich fühl mich gut, wirklich gut.
Auf zur nächsten und somit vorletzten Runde (ich denke mich halt froh), wieder am Bach entlang und dann bergauf bis nach ganz oben. Kilometer 4 ist nach 6.17 Minuten geschafft und Kilometer 5 nach 6.46 Minuten und somit wieder voll im Berg und in der Zeit. Dieses zweite mal hoch überholen wir eine Frau und ihren Mann und wissen noch nicht das wir die beiden nochmal sehen werden – ich frag mich nur ob es nicht größenwahnsinnig ist am Berg zu überholen. Der 6 Kilometer ist bergab mit 6.23 Minuten geschafft und dann sind wir wieder am Sportplatz und ich versuche während des Laufens etwas zu trinken. Es bleibt bei dem Versuch, meine Lippen sind nass und meine Hände – nicht mehr und nicht weniger. Aber es tut gut zumal die Sonne nun durchgekommen ist und es warm ist.
Letzte Runde, nur noch einmal hoch und dann runter … es wird anstrengender – vor allem das Hochlaufen aber da müssen wir nun durch. Zwischen zwei Liedern höre ich Dirks nun doch lauteren Atem und bin froh als Pink wieder einsetzt. Mich bringt das sonst völlig durcheinander bzw. ich beginne unterbewusst wie der jeweilig andere zu atmen und veratme mich dann total – das ist zumindest heute meine Theorie das mir die Musik helfen wird. Kilometer 7 ist am Bach völlig flach und nach 6.07 Minuten Geschichte. Erstaunlich gut komme ich das dritte und somit letzte mal hoch, keine Frage es ist definitiv anstrengend aber es geht, wir kommen oben an und nun geht es „nur“ noch runter und auf den Sportplatz. Kilometer 8 wird mit 6.48 Minuten verbucht und ist somit immer noch schneller als meine geplante Bergpace. Wann beginnt man schneller zu werden, noch sind es 1,5 Kilometer … ne, noch nicht, dann kann ich zu früh nicht mehr … vielleicht auf dem Sportplatz wenn es noch 400 Meter sind … ? Das oben bereits schon einmal erwähnte Pärchen überholt und und nun – keine Frage – fange ich an Gas zu geben. Es ist noch immer ein guter Kilometer zu laufen und eigentlich ist mir das schneller werden noch zu früh aber ich denke mir: Wenn nicht jetzt, dann nie bzw. wenn die beiden zu weit weg kommen, dann sind die vor mir. Also dranbleiben, große Schritte machen, ich habe lange Beine, große Schritte machen, gleichmäßig atmen, laufen und die Arme mitnehmen … es fühlt sich schnell an, es strengt an aber es geht für diesen Zeitpunkt gut. So eine Zufallsmusik ist perfekt, als die beiden überholen beginnt gerade das für mich in diesem Moment passendste Lied überhaupt: „Let me think about it“ und auf dem Sportplatz habe ich nur kurz Peter Fox wahrgenommen und mehr nicht wirklich.
Als wir zum Sportplatz einbiegen werde ich größenwahnsinnig und überhole die beiden und schicke ein Blitz-Stoßgebet gen Himmel das dies kein Fehler sein möge und sie mich nicht wieder zurücküberholen. Ich biege auf den Sportplatz ein und nun ist alles egal, ich laufe, ich renne und ich habe lange Beine. Das ist das einzige was ich denke, neben dem Gedanken, dass ich die dort noch überholen will. Die eine Frau in weiß, die gerade von der in türkis und der anderen in schwarz überholt wird. Geschafft, jetzt noch die in dunkelblau, die bekomme ich noch, ich habe ja lange Beine … auch geschafft und ganz kurz vorm Ziel ist noch eine, ich glaub selber nicht dran und schaff sie noch – den letzten Kilometer laufe ich in ungeahnten 5.01 Minuten. Geschafft, trotz Berg und schneller als Silvester, selbst gestoppt sind es 1:02:24! Ich hoffe nun das die offizielle Zeit nicht endlos länger sein wird …
Ich freu mich, es hat Spaß gemacht und ja, ich schaff die 10 unter 60, in diesem Jahr noch. Ich muss es mir nur zutrauen!
Tags: ♥, ein schöner Tag, Laufen, Mini-Rekord, Volkslauf
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Super! Toll! Sehr schön gelaufen! Herzlichen Glückwunsch zum gelungenen Lauf.
Was für ein spannender Bericht, da fiebert man richtig mit.
Streich die Wörter “größenwahnsinnig” und “ich schaff das nicht” aus deinem Wortschatz. Du kannst das und du schaffst das. Stell dein Licht nicht unter den Scheffel. Wie du schon sagst, du musst es dir nur zutrauen!
Einen kleinen Tipp hätte ich noch. Statt größere Schritte zu machen versuch doch mal, deine Schrittfrequenz zu erhöhen. Also im Prinzig schnellere Schritte zu machen. Vor allem bergauf ist das hilfreich. Nimm die Arme mehr mit, bergauf höher, bergab niedriger.
Um die Schrittlänge zu vergrößern versuch im Training mal Steigerungsläufe, also eine Strecke von 50-100m, langsam anfangen und dann immer schneller werden bis du am Ende bei ca. 90% bist. Dabei auf gute Form achten und das Ganze ein paar Mal wiederholen. Aber bitte vorher einlaufen oder direkt nach dem Laufen machen. Viel Spaß! -
Bei der Zeit mit 3 Anstiegen schaffst Du die 60 Minuten flach ganz sicher Unvorhergesehenes was immer und jedem passieren kann ausgeklammert). Mach Dir da mal keine Gedanken drum. Außerdem hast Du ja lange Beine ;-)
Ganz schön spannend Dein Bericht, man läuft förmlich mit und jetzt pack das Selbstvertrauen aus, das kannst Du nach diesem Lauf. Lies Dir Kerstins Worte noch einmal oder auch mehrmals durch. DU SCHAFFST das!
Arme mitnehmen war übrigens goldrichtig, so lange die nicht lahm sind, klappt das super, im richtigen Moment sich daran zu erinnern, dann müssen die Beine mit.
Schön gemacht Julia, erhole Dich gut und ein schönes Wochenende für Euch :-) -
Meinen aller-allerherzlichsten Glückwunsch zu deinem großartigen Erfolg!
Hast du toll gemacht! Ich kann mich den anderen da nur anschließen: In flachem Gelände hättest du die 60 min. ganz locker geknackt und mit Größenwahn hat das auch nichts mehr zu tun – das ist Können. Das Wichtigste dabei ist aber, dass du viel Spaß hattest und den Lauf mit seiner Atmosphäre genießen konntest.
Ein erholsames Wochenende euch beiden :-) -
Liebe Julia,
nun bin ich wieder mal die letzte und hoffe, dass es das letzte Mal sein wird ! :roll:
Das liest sich hervorragend, deine Fotos durch den Raps einfach nur super, und mit diesem Laufstil, kerzengerade, die Arme ideal gehalten, ein schöner Schritt , müsstest du doch mit der Zeit immer schneller werden – zumal die beste Voraussetzung: lange Beine – gegeben ist.
Die sub 60 hast du schon im Sack, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche, und ich drücke dir alle Daumen und freue mich schon mit dir auf diesen Tag und vor allem auf deinen euphorischen Bericht dazu !
Und ich denke außerdem, dass da bei dir noch viel mehr drin ist, nur eine Frage der Zeit, alles langsam aufbauen, damit nichts kaputt geht, das ist das beste Rezept !
Lass dir Zeit, es lohnt sich, ein solides Fundament ist Gold wert !

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Liebe Julia,
genauso ist es, die meisten – und darunter wohl auch du – wollen von jetzt auf nachher zum ” Weltmeister ” mutieren, bei Naturtalenten geht das zeitweilig vielleicht auch, bis sie den Verletzungen erliegen, aber andere müssen sich alles mühsam erarbeiten, und das braucht Zeit, wenn man dabei gesund bleiben möchte.
Glaube einfach an dich – und – wie gesagt, dein Laufstil sieht auf den Fotos sehr gut aus, du läufst kerzengerade, die Armhaltung ist genau richtig !

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Nein, Margitta, du bist nicht die Letzte

Auch ich habe deinen tollen Bericht gerade erst gelesen, aber besser spät als nie. (Ich bin momentan einfach zu viel und zu oft unterwegs, als dass ich alle Blogs regelmässig mitverfolgen könnte…)
Wie auch immer, das hast du SUPER gemacht, ich bin stolz auf dich, und dass du die 10 km unter einer Stunde schaffst, ist für mich gar keine Frage, natürlich hast du das drauf. Glaub an dich – und dann klappt es wie von selbst!

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