Montag ist der neue Sonntag oder aber wenn man Sonntag lieben Besuch hat und nicht laufen will, dann kommt ein freier Montag dafür sehr gelegen.
Gleich müsste der Anruf meiner Eltern kommen, das sie wieder gut zu Hause angekommen sind. 500 Kilometer trennen uns nun wieder, machen einen kurzen Kaffeebesuch, einen kleinen persönlichen Plausch und einmal Drücken unmöglich – statt dessen ist das Telefon nun wieder unser Hauptkommunikationsmittel. Wehmütig war ich also als ich vorhin meine Schuhe schnürte und meinen langen SonntagsLauf antreten wollte … traurig und nachdenklich und nicht sonderlich euphorisch, ehre sogar skeptisch ob Gräten und Köpfchen mitmachen wollten …
Blauer Himmel mit weißen Tuffwolken verziert, Fuel Belt befüllt und umgelegt, iPhone sicher verklemmt und los ging es …raus aus dem Ort und ab zur Nidda, schlau über Harheim und somit gleich die ersten drei Kilometer ohne Schatten in der doch kräftigen Sonne. Hoch oder runter? Hoch was bedeutet das ich Richtung Quelle (wo ich nie ankommen werde) laufe und somit dann bald mehr Schatten haben werde. Bei Kilometer 6 könnte ich das erste mal abbiegen und wäre drei Kilometer später zu Hause. Ich zweifle ernsthaft ob es heute klapp, ich will es so sehr, so verbissen und trotzdem blockiert mein Kopf. Also mal richtig reinhorchen was denn hier heute los ist. Beine sind okey, Füße auch und das Knie ist ebenfalls gnädig. Wetter ist schön, beinahe zu heiß aber ich habe ja meine Wasser mit und die Atmung ruhig – also ist es doch “nur” der Kopf, also weiter. Ich trabe langsam vor mich hin, errechne mir wann ich umkehren werde und tue dies bei Kilometer 9,5. Jetzt wieder in der knallenden Sonne sehne ich mich nur noch bis zum Römerbrunnen. Dort angekommen halte ich meine Arme in das kühle orange Nass, erfrische mich, mache eine kleine Pause und dann sind es plötzlich ja nur noch 5,8 Kilometer. Plötzlich hört es sich nicht mehr weit an, auch wenn sich meine Beine beim Anlaufen unheimlich schwer und unwillig anfühlen wollen. So trabe ich die letzten Kilometer, irgendwann auch mit den letzten Kräften nach Hause. Dort angekommen sind es dann doch stolze 16,2 Kilometer und das bei noch stolzeren 27 Grad geworden. Ich stürze mich unter die wunderbare Dusche, löffle einen Jogurt und mache mir einen Mango-Limetten-Smoothie – der Tag könnte definitiv schlimmer sein.
Es war anstrengend und nicht wirklich ganz locker, aber es tat unheimlich gut. Die Entfernung bleibt, der Zweifel und der Wunsch dies zu ändern ebenfalls, aber ich bin in kein Loch gefallen sondern habe mein Antidepressiva genutzt. Danke das ich laufen darf!
Tags: Fuel Belt, Hamburg, Laufen, Nidda, sechszehn km
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Da sieht man wieder:
Hast du Kummer, hast du Sorgen, ziehe die Laufschuhe an und tauche unter, ein Wundermittel, hilft gegen Stress, Ärger und auch gegen Traurigkeit, wie man hier schön lesen kann.
16,2 Kilometer bei 27 Grad, Julchen, Julchen, so langsam aber sicher mausert sich Pienznäschen, das hättest du vor einem Jahr noch nicht laufen können – schon gar nicht unter solchen tropischen Bedingungen – oder ?
” Es war anstrengend und nicht wirklich ganz locker, aber es tat unheimlich gut.”
Genau, es tut unheimlich gut !
Super gemacht, Julchen – und bitte nicht traurig sein !

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Stolze 16,2 km sind wirklich ein Grund stolz zu sein. Ich laufe höchstens 12 km am Stück und das erst recht nicht bei 27 Grad. Das kann ich wirklich nur bewundern. Wir hatten hier heute auch mindestens 26 Grad und statt zu laufen war ich wieder mit dem Rad unterwegs.
Ich finde Deine Leistungen einfach toll. :-)
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Liebes Pienzi, es ändert leider nichts an der Entfernung, Überlegungen, Traurigkeit und Hoffen auf ein schnelles Wiedersehen, aber es pustet den Kopf durch, und vielleicht eröffnet dies neue Horizonte oder ändert den Blickwinkel.
Denke an die schönen Wochenendstunden zurück, das zaubert wieder ein Lächeln in Dein Gesicht.
Und hey, 16,2 km bei dem Wetter … alle Achtung! :-)
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Hhmm, ist schon ein blödes Gefühl, wenn liebe Menschen wieder abreisen und dann diese Leere hinterlassen – seufz – aber sie sind ja nicht aus der Welt.
Bei 27 Grad so weit laufen, mit so wenig Schatten, puh, das ist echt ‘ne Leistung. Die Dusche hinterher hat sich bestimmt phantastisch angefühlt.
Dazu Mango-Limetten-Smoothie, das hört sich ja sooo lecker an. Wie macht man sowas? Kann man das auch als völlige Koch-Niete hinbekommen? -
Egal, ob Sonntag oder Montag – die langen Läufe fallen bei diesem Wetter wohl niemandem so richtig leicht. Es fehlt die frische Luft und stattdessen dampft man so fröhlich vor sich hin.
Beine ok, Rest auch ok, aber der Kopf will nicht – oder ist zumindest laufmüde… ja, das ging mir gestern auch so. Blöd, wenn man dann mittendrin noch eine Bonusrunde (Hügel runter und wieder rauf) laufen darf, nur die gewünschte Streckenlänge (das Minimalziel!) zu erreichen…
Dusche & Getränke nachher sind dann allerdings wirklich umso schöner.
Und dann freut man sich doch schon wieder auf den nächsten langen Lauf, oder?Viele Grüße
Lars -
Traurig und doch zufrieden tönt dein Bericht. Du hast es genau richtig gemacht und hast zumindest kurzzeitig den Kopf frei gelaufen. Nein, das Laufen löst die Probleme nicht. Aber es hilft, mit ihnen fertig zu werden.
Toll, dass du dabei dann gleich eine so große Runde drehen konntest. So eine lange Strecke bei der Hitze – das zehrt an den Kräften. – Vielleicht tat es gerade deswegen so gut? =)
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Hach, das kenne ich noch zu gut. Bisher trennten mich auch immerhin 250km von der alten Heimat, aber seit jetzt ziemlich genau einem Jahr wohnt meine Mum bei uns in der Stadt.
Ich kann Deine leise Wehmut soooo gut verstehen, Julchen!Der Lauf, so ällabäh er auch erst war, hat wieder alles an seine angestammte Stelle gerückt, gell? Und Sechzehn (Woooha!) Kilometer sind ein feines Stück! *applause*
Psst, hab gleich eine klitzekleine Aufmunterung füa Düsch. ;-)
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Tolle lange Strecke!! Da kommt doch bestimmt bald der erste HM, oder?? Vielleicht der hier http://www.offenbacher-lc.de/veranstaltungen/mainuferlauf/index_ausschreibung.php im Oktober ??


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