Davonlaufen – Erkenntnis #3

6. Oktober 2009 · 21 comments

Ich laufe gerne davon!

Laufen ist für mich Abschalten, Kopfdurch- und freipusten und eine Art von innerem Reset. Manchmal komme ich nach Hause und kann mich nicht wirklich an irgendwas erinnern, als würde ich dann beim Laufen abtauchen in einer andere Dimension. Laufen ist mein Mittel gegen Übellaunigkeit, Selbstzweifel, Ängste, Karussell-Gedanken und noch vieles unangenehmes mehr.

Ich laufe heute als es bereits dunkel ist und irgendwann spüre ich den Regen im Gesicht nicht mehr, meine Füße setzen wie automatisch einen Schritt nach dem andern und der Kopf ist leer – nichts denkt mehr nach, nichts grübelt – alles ist still. Ich komme zu Hause an, nass wie ich erstaunt feststelle, wunderbar erfrischt und nach der Dusche geht es mir deutlich besser und dann frage ich mich, ob es nicht manchmal auch eine Art des Davonlaufens ist was ich tue?!
Laufen tut mir unheimlich gut, aber manchmal laufe ich davon … vor mir selbst … vor wichtigen Entscheidungen, düsteren Gedanken … statt mich dem zu stellen laufe ich davon. Ob das nun gut oder schlecht ist mag ich nicht wirklich beurteilen, es tut auf jeden Fall in dem Moment unheimlich gut.

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Kai Oktober 6, 2009 um 21:30

Mir geht es ähnlich. Manchmal habe ich das Gefühl, als ob sich mein Verstand zwischendurch ausklingt und erst vor der Haustür wieder einschaltet. Meine Strecken sind ja noch nicht lang, aber trotzdem kann ich mich manchmal nicht daran erinnern, was ich den Weg über gedacht habe.

Gruß,
Kai

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Sinusläufer Oktober 6, 2009 um 21:53

Wer es einmal für sich entdeckt hat. Aber ein davon laufen…?! Nein!
Die Probleme die man manchmal hat verschwinden dadurch nicht. Es verschafft mir eine Auszeit und wie Du geschrieben hast ein Gehirn frei blasen. Es erlaubt mir andere Perpektiven und Denkvorgänge.
Brauch eigentlich jemand Karusell Gedanken? Ich glaube nicht. Sollen die anderen doch mitfahren. Ich geh laufen. ;-)

Ich finde Du machst das genau richtig.

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Hannes Oktober 6, 2009 um 22:04

Ob es richtig oder falsch ist? Du sagst schon so schön, für den Moment tut es einfach nur gut. Und das zählt. Auch wenn es falsch sein mag, manche Entscheidungen (auch wenn nur kurz) aufzuschieben, doch in diesen Fällen ist man danach erholt, frisch, wie neu. So lässt sich einiges leichter bewältigen …

Es ist ein einfach tolles Gefühl, wenn man wieder zu Hause ist und sich selbst fragt, was da gerade geschehen ist. Schon etwas mysteriös das Laufen, hm?

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Lizzy Oktober 6, 2009 um 22:12

wieso meinst du, du läufst vor dir selber weg? Du nimmst dich doch mit ;-)

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Kerstin Oktober 6, 2009 um 22:39

Um wieder nach Hause zu kommen muss man auch erstmal weglaufen.
Etwas Abstand tut doch gut und laesst einen spaeter klarer denken.

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Pienznaeschen Oktober 6, 2009 um 23:29

@Kai, so geht es mir auch und irgendwie ist es so genial wie unheimlich ;)

@Christian, ich brauche sie ganz sicher nicht (ich habe genügend davon und verschenke sie großzügig ;) )
Verschwinden tun sie durchs laufen sicher nicht, aber ich verdränge sie damit auch irgendwie …

@Hannes, mystisch lag mir auch auf der Zunge, wollte es dann aber nicht schreiben weil ich dachte es klingt zu abgedroschen … aber es ist mystisch genial ;)
Ich schiebe leider nicht immer nur kurz auf sondern auch gerne über das Laufen hinaus :hypnotized:

@Lizzy, so habe ich das noch nicht betrachtet :sneaky: wobei ich nur meinen Körper bewusst mitnehme :!?:

@Kerstin, Um wieder nach Hause zu kommen muss man auch erstmal weglaufen. danke da ist viel dran und so habe ich es überhaupt nicht gesehen … :wink:

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Blumenmond Oktober 7, 2009 um 05:35

Vieles ist so viel leichter, wenn man mal Urlaub von den Gedanken machen kann. Die Realität ist oft nicht so schlimm, wie das Kopfkino und Laufen hilft einfach, die Leichtigkeit wieder Einzug halten zu lassen. Mach das einfach weiter so. Das schadet nicht – im Gegenteil.

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ultraistgut Oktober 7, 2009 um 08:05

Julchen,

du hast alles wunderbar zusammen gefasst, ja,

° manchmal läuft man auch davon,
° und das ist gut so,
° manchmal muss es einfach sein

doch wenn man zurück kehrt, sieht die Welt meist ein wenig besser aus, die Gedanken sind sortiert, der Ärger (fast) vergessen, die Seele hat aufgetankt ! 8)

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An-Kas Oktober 7, 2009 um 08:24

Ich kann mich da nur anschließen!

Es passiert so, wie es gerade “gebraucht” wird:
Manchmal kann ich wunderbar beim Laufen über alles Mögliche nachdenken und auch mal Grübeln…
Manchmal schalte ich einfach ab und lasse mir alle Gedanken vom Fahrtwind wegwehen…
(Okay, das war nur ein Bild, bei MEINER Geschwindigkeit ist der Fahrwind nicht so dolle ;-) )

“Laufen macht glücklich” (Zitat Sandra, gerade eben!)

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Gerhard Oktober 7, 2009 um 09:01

Es ist von allem etwas.
Warum soll man nicht auch mal einfach davonlaufen, vor dem Stress, vor dem Alltag, vor den Ansprüchen, denen man einfach mal nicht gerecht werden will. Und wo kann man andererseits die Gedanken “fliegen” lassen, Probleme wälzen, ganz konzentriert auf das EINE oder auch einfach “garnichts” denken?
Das ist einer der Gründe, warum ich auch gerne mal alleine laufe …

Grüße
Gerhard

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Stefan Oktober 7, 2009 um 10:15

Manchmal braucht der Kopf einfach mal eine Auszeit.
Und mit etwas Abstand und frisch gelüftetem Hirn denkt es sich anschließend oft besser. Auch wenn das Laufen uns unangenehme Entscheidungen nicht abnehmen kann.

Mir geht es auch manchmal so, dass ich mich nach einem längeren Lauf frage, was ich unterwegs überhaupt so gedacht habe. Und oft habe ich keine Antwort darauf.
Da wurde dann offenbar der Gedankenspeicher geleert.
Eben “innerer Reset” – wie du so schön formuliert hast.

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Jassi Oktober 7, 2009 um 14:30

Nein, ich glaube nicht, dass es ein Davonlaufen ist!
Ich meine, mir geht es genauso wie Dir – wenn ich wieder zu Hause bin, weiß ich nicht mehr, woran ich gedacht habe, als wäre alles ausgeschaltet!
Aber es ist eben nur der ‘bewußte’ Verstand, der ‘ausgeschaltet’ war bzw. eben mit anderem beschäftigt (laufen, Strecke erkennen, ein Fuß vor den anderen setzen…). Dein Unbewusstes war doch die ganze Zeit bei Dir und hat wahrscheinlich ohne dass Du es gemerkt hast, Schwerstarbeit geleistet: Gedanken geordnet, sortiert, Eindrücke verarbeitet, Gefühle zugeordnet… im Grunde genauso wie des Nachts im Schlaf!
Also, Du läufst nicht davon! Im Gegenteil: Du gibst Deinem Unterbewusstsein eine wunderbar aktive Möglichkeit all’ die Vorgänge zu erledigen, die unser bewusster Verstand manchmal nur behindert!
So, genug rumpsychologisiert!

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michi Oktober 7, 2009 um 16:41

Im Prinzip würde ich nicht sagen, dass ich laufe um davon zu laufen, aber vermutlich tut das jeder irgendwann im Leben mal. Würde ich seltener laufen, wäre es aber mit Sicherheit so, dass ich auch sagen würde, ich gehe jetzt laufen um den Kopf auszulüften. Da ich regelmäßig unterwegs bin, passiert das eher automatisch. Bisschen wirr, oder? Schwieriges Thema.
Aber egal weshalb und wieso, wenn es doch gut tut, man sich dadurch gedanklich leichter fühlt, zufriedener mit sich ist.
Das mit dem plötzlich irgendwo angekommen sein und sich an Teilabschnitte oder anderes nicht erinnern zu können habe ich auch öfter, man läuft einfach, als wenn man eins wird mit der Bewegung und man merkt irgendwann, dass man eine Weile gar nichts gedacht hat.

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Christine Oktober 7, 2009 um 19:36

Mir ist deine mailadresse davongelaufen – bitte maile mir nochmal. Damit ich sie wieder habe. Möchte Dir was schreiben

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Pienznaeschen Oktober 7, 2009 um 22:07

@Anja, Urlaub von den Gedanken, ja das ist es und im Urlaub läuft man ja auch nicht wirklich vom Alltag davon, man hat einfach Urlaub ;)

@Margitta, die Seele hat aufgetankt, was könnte ich mehr wollen? :sneaky:

@An-Kas, ich lasse mich genauso wie Do vom Fahrwind durchpusten und dabei spielt doe Geschwindigkeit für uns keine Rolle ;)
So wirklich nachdenken und grübeln kann ich beim Laufen gar nicht, ich schweife immer wieder ab und trete “weg” …

@Gerhard, und einer der Gründe warum ich überhaupt jemals angefangen habe zu laufen :sneaky:

@Stefan, genauso geht es mir oft, ich kann zu Hause nicht mehr sagen was ich gedacht habe bzw. behaupten überhaupt gedacht zu haben ;)

@Jassi, mit meinem Unterbewusstsein stehe ich manchmal auf Kriegsfuß, aber wir lernen gerade Freund zu werden ;) Ein interessanter Ansatz, danke.

@Michi, ne nicht wirr – ich versteh was Du meinst. Das ist natürlich Luxus wenn dieses Köpfchenlüften regelmäßig stattfindet und so keine Engpässe entstehen wie bei mir ;) Wobei ich zugeben muss, das es bei mir auch im kleinen passiert, so ganz von alleine :smile1: und nur bei größeren Wirrungen nutze ich es richtig bewusst in dem ich raus und laufen gehe.

@Christine, julia@pienznaeschen.de ;)

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Evchen Oktober 8, 2009 um 00:08

…und manchmal ändert man durch das Laufen auch rein gar nichts. Keine Erleuchtung, keine Besserung, kein Blitzgedanke, keine wunderbare, bisher nicht bedachte Lösung. Man läuft einfach, weil es zum Alltag gehört und die Gedanken sind einfach nur einmal einen Moment lang gedämpft oder wiegen nicht ganz so schwer.

Glücklicherweise ist das aber nur ganz selten der Fall und meistens geht es uns durch das Laufen besser, nech? Oder dadurch, daß man mal kurz darüber schreibt. :-)

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Pienznaeschen Oktober 8, 2009 um 20:13

@Evchen, die Erleuchtung bleibt bei mir immer aus, es sei denn es ist dunkel und die Straßenlaternen kommen und gehen … :idee:
Manchmal dann auch weil man drüber schreibt, das stimmt – hast mich durchschaut :blush:

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Breiti Oktober 10, 2009 um 03:54

Durch das Laufen ändert sich bei immer etwas und sei es nur die “freie Laufzeit” zu geniessen und abzuschalten.

Schlimm ist es nur, wenn um Dich herum alles zusammenbricht und Du aufgrund eines grippalen Infektes usw. nicht laufen kannst.

Ich hoffe aber das ich bald wieder das Laufen geniessen kann.

Aber ist das wirklich “davon laufen” ? Ich denke nicht immer, es hat in meinen Augen mehr mit so etwas wie Meditation oder so zu tun.
Also ich laufe zwar davon, komme aber immer wieder zurück ;-)

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Pienznaeschen Oktober 11, 2009 um 17:17

@Breiti, wenn das Laufen dann nicht möglich ist, ist das blöd. Dir gute und rasche Besserung.
Gerade dieses wieder zurückkommen hatte ich gar nicht so gesehen, aber es stimmt. :)

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Dauerlaufen Oktober 20, 2009 um 18:20

Alles was du nach dem Lauf nicht mehr im Kopf hast, war nicht wichtig. Ist doch ein ganz guter Filter. Absolut nicht verwerflich, und auf keinen Fall ein davonlaufen, eher ein wegrennen :wink: .

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Pienznaeschen Oktober 20, 2009 um 19:56

@dauerlaufen, was weg ist war nicht wichtig … und wenn es wieder komt dann eben doch, gell? Hach, manchmal möchte ich so gerne so verquer und kompliziert denken können wie ich es kann und manchmal eben auch lieber nicht ;)

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