aus dem Leben

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Nach Erkältung mit bösem Husten inklusive fieser Nebenhöhlenentzündung und Umzug stand ich heute das erste Mal seit zwei Wochen wieder in meinen Laufschuhen. Die Kondition, die ich mal hatte habe ich abgeschrieben und den Regen abgewartet in der Hoffnung das sich die Schwüle etwas legen könnte, was sie nicht tat. Alles in Allem nicht ideal aber machbar. Schuhe vor die Tür gestellt, schnell noch was getrunken und samt Schlüssel einen gewagten Sprung auf die Fußmatte die als Baustaubabwehr dient. Schnell die Tür zugezogen damit Katz nicht verstört raus rennt und als ich abschließen will bekomme ich Atmennot: ich habe den alten Wohnungsschlüsselt in der Hand und der neue liegt auf dem Sideboard – wenigstens mein Handy habe ich mit.

Der Mann rettet seit heute Nacht die Welt und ist am Ende seiner Nerven und Kräfte angelangt und steht endlos unter Strom. Aber nützt ja nichts, ich bete das er einen Schlüssel mit haben mag und nicht alle drinnen liegen. Er geht ran, er hat einen Schlüssel und er bringt ihn mir während ich durch den Ort laufe um sofort parat zur Schlüsselübergabe zu sein. Als mein Handy 18 Minuten später klingelt stehe ich doch etwas weiter in den Feldern und er fährt mir entgegen, hält mit quietschenden Rädern vor mir, reicht mir den Schlüssel und düst wieder los zu seinem Ram das just in dem Moment per Kurier eintrifft als ich mich aussprerre.

So irgendwie gestresst trotte ich durch die Gegend, anstrengend und warm ist es, ich kann nur ganz langsam und mit großer Anstregung laufen und trotzdem schaffe ich es einen Ort weiter und zurück in einem kleinen Borgen – statt um das Haus herum, kürze ich zwischen den Häusern ab und stehe mit dem Schlüssel des Mannes vor der Haustür. Geschafft. Als Belohnung teste ich meine extralange Badewanne aus … die passt wenigstens.

Wäre ja langweilig wenn alles glatt laufen würde ;)

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Ich stehe in einem großen leeren Raum.
4 Jahre war dies unser Wohnzimmer, unser Zuhause.

Meine pinke Schlafzimmerwand ist längst geweißt.
Die Möbel stehen an einem neuen Platz.
Die Katzenmädchen sitzen in ihren Transportern und sind mehr oder weniger umzugsbereit.

Tief atmen.
Meine Schritten hallen als ich mich umdrehe.
Abschied nehmen.
Tür schließen.

Als sich unsere neue Tür öffnet, in unserem neuen zu Hause
beginnt alles neu und geht doch einfach nur weiter.

Das es den Katzenmädchen und besonders meinem Champelchen sehr schlecht geht und ich aus Sorge nicht mehr weiß was ich für sie tun kann, es immer noch verdammt baustellig ist, ich dem Dreck kaum mit putzen hinterher komme und wir kein Telefon haben, das alles und den Rest  erwähne ich jetzt nicht.

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… wenn der Mann und ich auf dem Sofa lümmeln, ich den Kopf an seine Schulter lehne, die Marzipan schnurrend und leicht tretelnd auf meinem Bauch liegt und wir ein Mädchenbier trinken. ♥

Besonders schön weil wir zuvor an einem wunderbaren Sonnentag eine Radtour gemacht mit Eisdoping gemacht haben und dann noch ein Ründchen gelaufen sind soweit diese eben aktuell möglich ist und nun seelig die Füße hochgelegt haben und ich nicht wirklich Bier trinke.

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Nein, ich bin nicht schwanger.

Manchmal kommt alles anders als gedacht und dann nochmal ganz anders und viel besser :)

Was die letzten Wochen so vor sich ging wurde heute unterschrieben und besiegelt.
So oft unterschreibe ich gedankenverloren ein Zettelchen an irgendeiner Kasse, im Job bestätige mit meiner Unterschrift was auch immer und heute setzte ich meine Unterschrift unter den Notarvertrag und somit bin ich Wohnungseigentümerin.

War das geplant?
Nö, so gar nicht! Ich laufe, was ja bekannt ist und dies öfter durch einen Ort in der Nähe und da entdeckte ich ein Bauschild auf dem man mir Eigentumswohnungen verkaufen wollte. Oft gedacht müssen wir uns mal angucken und doch wieder vergessen und irgendwann kam dann ein Sonntag an dem es passte. Wir guckten unverbindlich, “die” Wohnung war noch zu haben und irgendwie verliebten wir uns. Ein altes Hofgut wurde abgerissen und ein neues Haus errichtet, mitten im alten Ortskern. 5 Tage später kam mein Papa mit der Bahn angerollt zum angucken – weil Julchen eine weitere für sie sehr wertvolle Meinung brauchte und als der Papa in den Zug stiegt, drehte er sich um und bestärkte sein Töchterchen mit einem einzigen Satz (er weiß wie schwer ich mich mit Entscheidungen tun kann). Was dann folgte war der ewige innere Kampf Bauch gegen Kopf und irgendwann hatte mein Bauch den Kopf überredet bekommen. Dann folgte ein trauriger Akt mit Banken weil wer viel arbeitet und das selbst und ständig wird von Banken nicht gerne umgarnt. Dieser letzte Akt hat dann nochmal ordentlich an mir genagt – doch letztendlich hat es dann ein gutes Ende genommen.

In guten 8 Wochen können wir einziehen in unser eigenes Zuhause, unser Heim, unsere 4 Wände, unseren Rückzugsort, unser Nest … wir müssen dürfen uns jetzt noch das Parkett, die Fliesen und was weiß ich noch alles aussuchen und dann werden wir bald ein Ehepaar in den eigenen vier Wänden sein. Älter werden und spießig sein tut gar nicht so weh wie gedacht ;)
Unsere Hochzeit wird trotz allem stattfinden, aber eben anders als zuerst gedacht – ganz klein, ganz privat und trotzdem schön und wenn irgendwann mal ein wenig mehr Planung dahinter steckt verrate ich auch das noch.

Und nun öffne ich meinen alkoholfreien Sekt (jaha, ich trink bis Ostern keinen Alkohol was ich ja sonst bis zum Abwinken tue und naschen tue ich auch nicht *stolzwienixgutesbin*) und stoße mit dem ♥-Mann an.
Ohhhhahhhhh das ist alles so aufregend für ein Pienznaeschen und gleichzeitig noch so unwirklich und doch wirklich – die letzten Wochen waren für mich die Entscheidungstechnisch die schlimmsten und die Erleichterung ist nun um so größer.

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Genau der sitzt gerade im Zug und roll auf Frankfurt zu um seinem Töchterchen zu helfen. Mit ihm kann ich mich wunderbar erzürnen, endlos diskutieren, beratschlagen und er ist so stolz auf sein Kind …

Danke Papa,
für alles was war,
für alles was ist und alles was noch kommen wird

Du bist der allerbeste Papa der Welt!

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Warum fällt dieser so schwer?
Warum fällt er mir oft so unheimlich schwer?

Es ist grau, regnet den ganzen Tag, im Büro war es nicht mehr als mittelprächtig und kalt ist mir auch … jetzt loslaufen? Mhhhja, heute ist Lauftag also wird gelaufen! So schwänzel ich um den Küchentisch mit dem Notebook herum, gucke das Telefon an ob es nicht klingeln möchte und irgendwann ziehe ich mich schon mal um und trotzdem muss noch die Tür geöffnet werden, in die Dunkelheit hinaus getreten werden und los gelaufen werden.
Wenn es dann erstmal läuft, dann läuft es und ist mir selber beinnahe unverständlich wie es so schwer sein konnte los zu laufen.

Genauso mit dem Studio, wie schwer fiel es mir wieder den Anschluss zu finden, wie oft verschoben, noch mal gedrückt und doch nicht gegangen …
Es war eigentlich so einfach, rein ins Studio, nett empfangen und ran an die Geräte – der Spaß ist sofort zurück und es tut nicht mehr “weh” hin zu gehen – ganz das Gegenteil.

Dies sind nur “kleine” Beispiele, es zieht sich durch … es gibt so viele Dinge die ich gerne tun würde, bei denen es einfach am ersten Schritt scheitert …

Immer wieder ist ein erste Schritt erforderlich, ein Leben lang …
(ich laufe los, ich gehe ins Studio … also gehe ich irgendwann auch andere erste Schritte?!)*

*aus der Reihe November-Gedanken

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